Die Lotsenbrüderschaft

Die Lotsenbrüderschaft NOK II Kiel / Lübeck / Flensburg ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Ihre Mitglieder sind die nach dem Seelotsgesetz freiberuflich tätigen Seelotsen.

Die Lotsen beraten Schiffsführungen auf Grundlage ihrer Revierkenntnis, nautischen Erfahrung und der geltenden Vorschriften. Im Mittelpunkt steht die sichere und geordnete Schiffsführung in den jeweiligen Revieren.

Der Lotsdienst im östlichen Nord-Ostsee-Kanal sowie in den Revieren Kieler Förde, Trave und Flensburger Förde wird von den in der Lotsenbrüderschaft zusammengeschlossenen Seelotsen wahrgenommen.

Auf einen Blick

Organisation
Körperschaft des öffentlichen Rechts

Reviere
Nord-Ostsee-Kanal · Kieler Förde · Trave · Flensburger Förde

Sitz
Kiel-Holtenau

Historische Eckpunkte

1785

Erste urkundliche Erwähnung der Bülk-Laboer Lotsen.

1922

Gründung der Lotsenbrüderschaft Holtenau.

1925

Gründung der Lotsenbrüderschaft Laboe.

1937

Eingliederung der Lotsenbrüderschaft Laboe in die Lotsenbrüderschaft Holtenau.

1954

Neugründung der Lotsenbrüderschaft Laboe nach in Krafttreten des Seelotsgesetzes.

1957

Zusammenschluss der Lotsenbrüderschaften Holtenau und Laboe zur Lotsenbrüderschaft NOK II / Kieler Förde.

1968

Zusammenschluss mit den Travelotsen; Eingliederung der Travelotsen und Erweiterung zur Lotsenbrüderschaft NOK II / Kieler Förde / Trave.

Heute

Mehr als 240 Jahre Tradition und moderne internationale Schifffahrt.

Die Wurzeln des Lotsenwesens an der Kieler Förde reichen bis in das 18. Jahrhundert zurück. Im Zusammenhang mit dem Bau des Eiderkanals werden die Bülk-Laboer Lotsen erstmals 1785 urkundlich erwähnt. Bereits damals begleiteten ortskundige Seeleute ein- und auslaufende Schiffe sicher durch die anspruchsvollen Fahrwasser der Kieler Förde und legten damit den Grundstein für das organisierte Lotsenwesen in der Region.


Mit der Entwicklung der Schifffahrt und dem Bau des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal) nahm die Bedeutung des Reviers stetig zu. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, wurde am 28. Mai 1922 in Kiel-Holtenau die Lotsenbrüderschaft am Kaiser-Wilhelm-Kanal zu Holtenau gegründet. Sie übernahm die Selbstverwaltung der Kanallotsen und markierte den Beginn der heutigen Organisationsstruktur.


Drei Jahre später, 1925, entstand die Lotsenbrüderschaft Laboe, die für das Seelotswesen auf der Kieler Förde zuständig war. Im Zuge der Neuordnung des deutschen Lotsenwesens wurde sie 1937 als eigenständige Brüderschaft aufgelöst und in die Lotsenbrüderschaft Holtenau eingegliedert.


Nach dem Zweiten Weltkrieg regelte das Seelotsgesetz von 1954 das deutsche Lotsenwesen grundlegend neu und verlieh den Lotsenbrüderschaften den Status von Körperschaften des öffentlichen Rechts. In diesem Zuge wurde auch die Lotsenbrüderschaft Laboe neu organisiert. 1957 schlossen sich die Lotsenbrüderschaften Holtenau und Laboe zur Lotsenbrüderschaft NOK II / Kieler Förde zusammen. Damit wurden die Erfahrungen der Kanal- und Seelotsen unter einer gemeinsamen Organisation gebündelt.


Ein weiterer bedeutender Schritt erfolgte 1968 mit der Eingliederung der Travelotsen. Durch diesen Zusammenschluss wurde das Lotsrevier auf die Trave und den Lübecker Raum erweitert. Aus der bisherigen Lotsenbrüderschaft entwickelte sich die heutige Lotsenbrüderschaft Nord-Ostsee-Kanal II, Kiel, Lübeck, Flensburg, deren Revier den östlichen Nord-Ostsee-Kanal sowie die Reviere der Kieler Förde, der Trave und der Flensburger Förde umfasst.

Bis heute steht die Lotsenbrüderschaft für höchste nautische Kompetenz und die sichere Führung von Schiffen in einem der verkehrsreichsten Seegebiete Europas. Sie verbindet eine mehr als 240-jährige Tradition des Lotsenwesens mit den Anforderungen einer modernen, internationalen Schifffahrt.

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